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Geschichte
David Jones, bei dem ich die Grundlagen der schwedisch- italienischen Schule erlernen durfte und der mir nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite steht, hatte das Glück, bei einem der letzten Vertreter dieser Methode studieren zu dürfen- Alan Lindquest.
Das war 1979. Lindquest war laut David Jones ein großzügiger, freundlicher Mann, der den Wissensschatz seines beinahe 90-jährigen Lebens weitergab.
Für David war es geradezu unfassbar im selben Raum zu sein mit einem Mann, der 1938 in Stockholm die junge Birgit Nilsson unterrichtet, und bei den größten Lehrern der Welt studiert hatte; ganz zu schweigen von seiner Arbeit mit Enrico Caruso.
Alan Lindquest war einer der wichtigsten Bewahrer und Vermittler dieser Gesangstechnik und trug eine Menge dazu bei, dieses Wissen vor dem Aussterben zu bewahren.
Er verband die von Inge Isene und Joseph Hislop erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse mit Methoden von Maestro Romani, dem Lehrer von Benjamino Gigli, und adaptierte Atemtechniken, die er beim Studium bei Mme. Novitka gelernt hatte.
 
Alan Lindquest wurde 1891 als Kind schwedischer Eltern geboren.
Er begann seine Gesangausbildung im Alter von 15 Jahren.
Seine ersten beiden Lehrer in Chicago waren nach Garcias Methode ausgebildet.
Der Unterricht bei Enrico Caruso 1917 weckte sein Interersse an der italienischen Gesangschule.
Als seine Karriere in den 20er und 30er Jahren erfolgreich gedieh, stellte er fest, dass viele weltberühmte Sänger ihre Ausbildung in Schweden erhalten hatten.
Er war so neugierig auf dieses Training, dass er 1938 beschloß, in Schweden zu studieren.
Zwei Lehrer in Stockholm waren besonders bedeutend für ihn: Joseph Hislop, selbst ein berühmter Tenor seiner Zeit und Lehrer von Jussi Björling, und Inge Isene, ein dramatischer Sopran und Lehrerin von Kirsten Flagstad.
Isene übernahm die Rolle des "kontrollierenden Ohres", nachdem 1928 Flagstads wichtigster technischer Lehrer, Dr. Gillis Bratt gestorben war.
Lindquest studierte dort 14 Monate, bis Hitler in Polen einmarschierte.
Während dieser Zeit erweiterte er sein gesangstechnisches Verständnis und nutzte diese Informationen später als breite Grundlage für seine Lehrerlaufbahn.
Er studierte an der "Musikalista Akadamien", an der er ein Forschungsstipendium erhalten hatte.
 
Dr. Gillis Bratt, Lehrer von Kirsten Flagstad und Joseph Hislop, hatte bei Sigmund Freud und Manuel Garcia studiert.
In dem Glauben, dass Singen auch sehr viel mit Psychologie zu tun hat, war es für ihn schlüssig, das Gesangstudium mit einem Psychologiestudium zu verbinden.
Dr. Bratt war eine zwiespältige Persönlichkeit.
Er war ein sehr strenger Lehrer und von aggressivem Gemüt.
Als Flagstad ihm 1916 vorsang, fragte er sie, ob sie jemals in der Öffentlichkeit gesungen hätte. Als Sie dies bejahte, meinte er dazu, dass sie mit dieser Kinderstimme wohl niemand gehört haben konnte. Außerdem sagte er ihr noch, dass ihre Stimmbänder zuviel Luft durchlassen würden, und daß er diesen Defekt beheben könne.
Flagstad ärgerte sich zuerst sehr darüber, begann jedoch, zwei mal wöchentlich Stunden bei ihm zu nehmen.
Tatsächlich wuchs ihre Stimme innerhalb von drei Monaten auf das Doppelte ihrer ursprünglichen Größe.
Dr. Gillis Bratt war derjenige, der ihr das Rüstzeug für eine Weltkarriere als dramatischer Sopran vermittelt hatte.  
 
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